Aktuell

Pflegereform: Ja, Altersarmut: Nein!

10 gute Gründe
Warum eine Anhebung des derzeitigen Beitragssatzes zur Pflegeversicherung kein Tabuthema bleiben darf
Das geht uns alle an

Nach den aktuellen Plänen der Politik werden die "Heimbewohner von morgen" die Leidtragenden der Pflegereform sein. Die drastische Rotstift-Politik organisiert Altersarmut und wird zusätzlich 350.000 Menschen in die Sozialhilfeabhängigkeit bringen.

Vor dem politisch vorgegebenen Ziel der Beitragssatzstabilität soll es zur Kürzung von mehr als 30 % der Sachleistungsbeträge für 80 % der "Heimbewohner von morgen" kommen. Die daraus resultierende zusätzliche Belastung von 300 bis 400 € monatlich wäre ein Schritt in die organisierte Altersarmut als Sozialhilfeempfänger. So weit darf es nicht kommen.

Aktuell wird sogar darüber diskutiert, die Pflegestufe I ganz abzuschaffen! Damit würde man 50 % aller Pflegebedürftigen in Deutschland - das sind eine Million Menschen - die Leistungen der Pflegeversicherung versagen.

Von dieser radikalen Sparmaßnahme wären 250.000 künftige Heimbewohner und in der häuslichen Pflege sogar über 750.000 pflegebedürftige Menschen betroffen.

Wenn es in der Pflege fortan nicht nur um die Verwaltung des Mangels gehen soll, muss die Bevölkerung sich und der Politik jetzt die Frage beantworten: "Was ist uns die Pflege wert?"

Die Pflegeversicherung muss auch künftig solidarisch vor dem Armutsrisiko Pflege schützen - auch wenn dafür der Beitrag steigen muss.

Nachfolgend zehn gute Gründe, warum eine Anhebung des derzeitigen Beitragssatzes zur Pflegeversicherung kein Tabuthema bleiben darf. Helfen Sie mit und sprechen Sie mit Ihren Politikern vor Ort!

Weil ...

1. Altersarmut
... auch künftig die Pflegeversicherung solidarisch das Risiko der Sozialhilfeabhängigkeit im Pflegefall absichern muss.

2. Dynamisierung
... die Leistungen der Pflegeversicherung seit deren Einführung noch nicht an die laufende Kostensteigerung angepasst wurden und damit ein realer Wertverlust entstanden ist.

3. Demenz
... eine gewollte und benötigte Ausweitung der Leistungen (z. B. für Demenzkranke) weitere finanzielle Mittel erfordert.

4. Demographie
... immer weniger Beitragszahler immer mehr Leistungsbeziehern gegenüberstehen.

5. Multimorbidität
... wir glücklicherweise immer älter werden, mit steigender Lebenserwartung aber auch das Risiko wächst, mehrfach zu erkranken und pflegebedürftig zu werden.

6. Leistungsniveau
... eine Pflegeversicherung ein angemessenes Leistungsniveau im Falle der Pflegebedürftigkeit absichern muss.

7. Leistungsverschiebung
... eine notwendige Stärkung der häuslichen Versorgung keine drastischen Leistungskürzungen für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner mit sich bringen darf.

8. Pflegebedürftigkeitsbegriff
... der Pflegebedürftigkeitsbegriff ausgedehnt statt eingeschränkt werden muss.

9. Pflegeinfrastruktur
... auch weiterhin ein bewährtes Versorgungsangebot an ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen benötigt wird.

10. Menschenwürde
... unsere Gesellschaft damit zum Ausdruck bringt, was ihr gute Pflege wert ist.

Quelle:
Bundesverband
privater Anbieter
sozialer Dienste e.V.
Bundesgeschäftsstelle

Hannoversche Straße 19
10115 Berlin
Telefon (0 30) 30 87 88-60
Telefax (0 30) 30 87 88-89
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